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Was haben wir seit 2004 gelernt?

Nov 17, 2017 | Blog, Logistikmanagement

Bild: Thinglass/ Shutterstock

Kostenärgernis Logistik – ist das noch so?

Vor kurzem haben wir einen alten Artikel der schweizer Handelszeitung über Logistikkosten bei Produktionsunternehmen gefunden (das Internet vergisst nie ;-)) und irgendwie kam uns der Text vertraut vor.

So oder so ähnlich könnte er auch heute, 13 Jahre später, immer noch veröffentlicht werden. Wir haben uns da gefragt, ob das darin beschriebene Szenario immer noch so besteht oder sich die Logistik (bzw. Unternehmenswelt) gewandelt hat. Die vermeintlichen Unterschiede zu früher und heute oder was gleich geblieben ist wollen wir kurz darstellen:

Kosten und Relevanz sind geblieben

In dem Artikel wird über den hohen Kostendruck, auch verursacht durch die Logistik, und ineffiziente Supply Chains geklagt. Den Kostendruck gibt es seit der noch stärker zusammengewachsenen, globalisierten Welt und der Öffnung der europäischen Transportmärkte mehr denn je.

Die Relevanz von Supply Chains ist ebenfalls noch gegeben bzw. gestiegen. In diesem Jahr wurde wieder eine TOP 25 der besten Supply Chains/ Unternehmen von Gartner erstellt. Das Ranking an sich ist gar nicht so relevant, da es schwer nachzuvollziehende Kriterien und auch Konzerne erst ab 12 Mrd. Umsatz nutzt. Interessant ist aber der Umstand, dass überhaupt eine SC Rangliste erstellt wird und es offenbar korreliert, dass erfolgreiche Unternehmen eine erfolgreiche Logistik haben. Procter & Gamble, Apple und Amazon werden zur Master Class ernannt und dienen als Paradebeispiel.

Seit jeher ist es ein Ziel die Logistikkosten zu senken. Auch im Zuge der Digitalisierung wird eine höhere Supply Chain Effizienz versprochen. Doch die digitale Transformation muss oft auch gegen interne Widerstände vorangetrieben werden. Der Autor des schweizer Artikels spricht von Verhinderer und Bewahrer in Unternehmen, welche sich aus den verschiedensten Gründen gegen Veränderungen in der Logistik oder der Prozessgestaltung wehren. Kennen Sie sowas auch?

Unterschiede und neuere Entwicklungen

Nach dem immer noch anhaltenden Trend zur Globalisierung, wenngleich auch partielle near sourcing Strategien auszumachen sind, stehen wir bereits mitten im nächsten Mega Trend. Die Digitalisierung, Vernetzung von Daten, künstliche Intelligenz und beeindruckende Robotik beherrschen die Wirtschaft und Medien.

Projekt Handle von Boston Dynamics

Außerdem ist im Artikel die Rede von der Matrixorganisation. Unseres Erachtens nach ist jedoch die zentrale Logistikorganisation die beste Organisationsform um die höchste Logistikleistung zu erzielen. So können über alle Projekte und Supply Chains Synergien und übergreifende Konzepte erzielt und angewendet werden. Die Logistik ist vollständig auf den Prozess und nicht auf starre Funktionseinheiten ausgerichtet. Insellösungen können vermieden werden.

In Deutschland steigt seit Jahren das Aufkommen an Schwerlasttransporten. Meistens sind dies Sondermaschinen oder zumindest keine Massenware. Dadurch sind die Unternehmen mit einer nicht genau vorhersagbaren Daten- und Kostenlage konfrontiert. Mit der Logistik wird sich meist aus diesem Grunde erst so spät wie möglich beschäftigt. Oft zu spät – die Rahmenbedingungen sind schon gelegt.

Die Logistikkosten sollten weitergefasst werden als die offensichtlichen oder direkt zurechenbaren Kosten wie Transport und Lager. Im Artikel werden u.a. Zölle, Steuern, Raum- und Wegkosten für Lager und Gebäude, IT-Kosten, Handlingkosten in Lager, Montage und Produktion, Kosten des eigentlichen Logistikmanagements sowie Kosten für mangelnde Qualität der logistischen Aufgabenerfüllung genannt. Wir empfehlen die Logistik Bilanz, um das Input Output Verhältnis besser bestimmen zu können. Ein erster Schritt kann auch unsere Logistikkosten-App sein.

Fazit:

Die Handelszeitung schreibt „was an organisatorischen Maßnahmen in die internen und externen Prozesse einfloss, war eher opportunistischer und weniger strategischer Natur“. Einmalige oder nicht massenhaften Logistiksysteme müssen nach der Devise „Prävention vor Optimierung“ geplant werden. Unsere Studie zeigt, dass es vielfach immer noch wie im Artikel beschrieben ist.

Nun, was haben wir denn jetzt seit 2004 gelernt? Vermutlich, dass Logistik schon immer wichtig war und ein zunehmend wichtigerer Stellhebel zur Effizienzsteigerung ist. Das Wissen ist bei den Unternehmen eigentlich vorhanden, aber für eine Trendwende muss man die Logistik als Kernkompetenz begreifen, denn ohne Sie könnte das Unternehmen nicht bestehen. Das heißt nicht, dass man alles selbst machen muss, aber die Steuerung und das Logistik-Hirn muss im Unternehmen bleiben.

Mit den heutzutage erhältlichen Hilfsmitteln können wir Logistik 1.0 und 4.0 zusammenbringen.

w

Wie sehen Sie das?

Ist das heute immer noch so? Wie erleben Sie die Logistikorganisation?

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